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Mit 764 211 "Mariuta" durch das Novat-Seitental nach Iohasa


Ein wenig später geht es am 04. Oktober dann los, wir müssen den Produktionszügen in das Haupttal den Vortritt lassen, unser Weg durch das Novat-Seitental nach Iohasa ist wesentlich kürzer. (Schauen Sie sich noch einmal die Vortagestour an!)
So treffen wir nach einem kräftigen Frühstück erst bei Helligkeit am Bahnhof ein, wo schon 764 211, Mariuta, friedlich schmauchend auf uns wartet.


764 211 in Viseu de Sus

764 211 in Viseu de Sus

764 211 in Viseu de Sus

Gerade wird die blankgeputzte Dampflok ordentlich mit Brennstoff beladen, und wie es sich für eine Waldbahn geziemt, mit Holz. Die Lok hat mit dem recht eindrucksvollen Führerhaus ein etwas anderes Aussehen als die Resita-Einheinsloks aus der Ceausescu-Ära. Kein Wunder, wurde sie doch schon im Jahr 1910 von der deutschen Lokschmiede Orenstein&Koppel erbaut. Nun aber los! Die Lok verschwindet hinter dem mit 764 408, 764 469 sowie 763 193 gut bestückten Lokschuppen, um die Wagenschlange für die Fahrt ins Gebirge zusammenzusuchen. Nicht nur mit Holzschemeln taucht sie schließlich wieder auf, nein, neben dem obligatorischen Dienstwagen wird auch ein Plattenwagen mitgeführt. Noch ein Bild der kleinen Krauss-Lok 793 193, dann heißt es, sich zur Bahnhofsausfahrt zu verfügen, um die Abfahrt auf den Chip zu bannen.

Produktionszug in Viseu de Sus

793 193 in Viseu de Sus

764 211 verlässt Viseu de Sus


764 211 in Fabrica Trei

Einen Kilometer weiter hält der Zug das erste Mal: Fabrica Trei heißt der Ort, ein stillgelegtes Sägewerk, alte, zusammenfallende Schuppen, heruntergekommene Gebäude. Aber hier gibt es Sand, trockenen, feinkörnigen Sand, häufig Voraussetzung, dass die kleinen Loks ihre Lasten steilere Anstiege hinaufziehen können. Mit Eimern wird der Betriebsstoff auf einem Verschlag "geschöpft" und in den Sanddom auf dem Lokkessel geschüttet.

764 211 in Fabrica Trei

764 211 in Priboaia

764 211 in Priboaia

764 211 bei Priboaia

Auch der nächste Halt des Zuges lässt nicht lange auf sich warten. Unweit Priboaia wird ein kleiner Teich zum Wasserfassen genutzt. Die kleinen Loks haben nur begrenzte Wasservorräte und müssen diese häufig ergänzen. Wasser gibt es in den Flusstälern zwar genug, aber es muss für die Strahlpumpe auch erreichbar sein, der Schlauch sollte möglichst tief in das Wasser eintauchen und der Höhenunterschied zwischen Wasserstelle und Lok darf nicht zu groß sein. So ein Tümpel ist dafür ideal geeignet. Mit neuer Kraft geht es dann weiter in das Wassertal hinein und auch die Sonne steigt höher und höher und leuchtet die Fahrt immer besser aus. Bald ist nun Novat erreicht, den kurzen Halt nutzen wir, um über die Eisenbahnbrücke nach Novat Delta zu eilen, dorthin, wo unser Zug kurz darauf in das selten befahrene Novat-Seitental abbiegt, weg von der "Hauptstrecke" Richtung Faina.

764 211 in Novat

764 211 in Novat Delta

764 211 in Novat Delta


764 211 im Novattal

764 211 im Novattal

764 211 im Novattal

Sofort fällt dem aufmerksamen Fahrtteilnehmer auf, dass das Novat Seitental enger und steiler ist. Zumindest im 3,5 Kilometer langen unteren Teil bis Poiana Novat verläuft die Strecke teilweise durch eine Schlucht, kein Platz ist hier zwischen Fluss und Bahnlinie. Zum Glück führt der Fluss jetzt im Herbst nur wenig Wasser, so dass ein Paar Aufnahmen von seinem Bett aus möglich sind. Und auch noch ein Nachschuss.
Weiter oben weitet sich das Tal, noch eine Brücke über den Novat-Fluss ist zu passieren und kurz darauf fährt der Zug in Poiana Novat ein. Nein, doch noch nicht, denn man drückt noch einmal zurück, um auch noch Brückenbilder von der anderen Seite zu ermöglichen.

764 211 im Novattal

764 211 im Novattal

764 211 im Novattal


764 211 im Novattal

764 211 im Novattal

764 211 im Novattal

Aber auch dann gibt es noch keine Einfahrt, denn zuerst muss ein im Gleis befindlicher Dieselwagen entfernt werden. Zum Glück existieren ja noch der Stummel vom Gleisdreieck und einige starke Männer und so ist dieses Hindernis recht schnell entfernt und der Zug kann in den Bahnhof dampfen. Aber in der Ausfahrt, da naht das zweite Hindernis: Ein Holztruck wird gerade beladen und steht dazu nicht grenzzeichnfrei zum Hauptgleis. Aber kein Problem, der Radlader schiebt ihn wenig später in das Ladegleis, so dass der Zug weiterdampfen kann. Und das tut er auch wenig später, hält aber für unser Aufsteigen nochmals kurz an.

764 211 im Novattal

764 211 im Novattal

764 211 im Novattal

764 211 im Novattal


764 211 im Novattal

764 211 im Novattal

764 211 im Novattal

764 211 im Novattal

764 211 im Novattal

Weiter geht es nach Iohasa. Aber zuerst nur bis zur nächsten Wasserstelle, die Bergfahrt nebst Foto-Scheinanfahrten hat wohl doch recht viel von dem kostbaren Nass gekostet. Die erste Stelle funktioniert allerdings nicht, mit den letzten Tropfen wird eine weitere erreicht und da klappt alles. Man hört die Lok befriedigt zischeln. Aber jetzt schwinge ich mich auf den letzten Drehschemel und schwankend gelingen auf der Fahrt nach Iohasa noch zwei interessante Bilder aus einer anderen Perspektive.


764 211 in Ihoasa

764 211 in Ihoasa

764 211 in Ihoasa

Ihoasa ist erreicht und der Zug präsentiert sich einen kurzen Augenblick in der prallen Oktobersonne. Hier ist der Endpunkt der heutigen Fahrt und die Lok spannt ab, um die leeren Trucks in das Ladegleis zu drücken. Ist sie nicht schön, die alte Dame? Jetzt heißt es zu warten, denn das Streckengleis verläuft noch anderthalb Kilometer weiter hoch nach Betigi, wo gerade einige Holztrucks beladen werden und dann irgendwann mittels Schwerkraft unseren Bahnhof ereichen sollen. Doch dazu wird es etwas anders kommen als erwartet, was die auf der Sonnenseite ein wenig rastenden Eisenbahnfans aber noch nicht ahnen.....

Teilnehmergruppe in Ihoasa

Wagengruppe vor Ihoasa

Neugierig laufe ich ein Stück das hier steil ansteigende Gleis nach Betigi entlang. Und plötzlich kommen sie mir entgegen, die beladenen Wagen! Ziemlich schnell und ohne Bremser auf den Bühnen. Schnell zwei Aufnehmen gemacht, und da verschwinden sie auch schon hinter der Biegung, von woher kurz darauf ein ziemlich gewaltiger, dumpfer Rums das stille Tal erschreckt.

Wagengruppe vor Ihoasa

Unfall in Ihoasa

Unfall in Ihoasa

Unfall in Ihoasa

Unfall in Ihoasa

Schnell zurück zum Bahnhof! Die entlaufene Wagengruppe hat hier ganze Arbeit geleistet, hat den angebremsten Dienstwagen deformiert, über die Schienen geschoben und die dahinter durch die Lok gesicherten Trucks teilweise aus dem Gleis gedrückt. Die Langhölzer aus dem ersten Truck sind durch das Holzfach des Dienstwagens abgebremst worden, einige Stämme haben sich dabei auch aufgestellt. Welch gewaltige Energie musste hier abgebaut werden.....!

Die Auswahl unserer Beförderungsmöglichkeiten hat sich nun auf Schusters Rappen reduziert. Während schwere Technik anrollt, um die Aufräumarbeiten zu unterstützen, schnappen wir uns unsere Sachen aus dem nicht mehr fahrfähigen Dienstwagen und machen uns zu Fuß die reichlich zwei Kilometer auf nach Poiana Novat.

Beginn der Aufräumarbeiten in Ihoasa 764 211 in Ihoasa

Holzbeladung in Poiana Novat

Die Beladearbeiten in Poiana Novat sind beendet, als wir dort eintreffen. Die Dampflok ist allerdings noch nicht aus Ihoasa zurück, so dass sich anbietet, ein paar Bilder vom Bahnnof zu schießen: Zuerst die Novat-Brücke einmal ohne Zug von oben und weitere drei Bilder vom allerdings nicht mehr vollständig befahrbaren Gleisdreieck. Zuerst von seiner Spitze in Richtung Novat Delta, danach von der nicht mehr befahrbaren Spitze in Richtung der stillgelegten Strecke nach Greben und zuletzt noch von der Spitze zum bergauf liegenden Bahnhof hin. Von den hier zu erblickenden beiden Wagen wird einer noch besondere Bedeutung erlangen....

Brücke in Poiana Novat

Gleisdreieck in Poiana Novat

Gleisdreieck in Poiana Novat

Gleisdreieck in Poiana Novat

764 211 in Poiana Novat

Muskelarbeit in Poiana Novat

abfahrbereit in Poiana Novat

764 211 in Poiana Novat 764 211 in Poiana Novat

Inzwischen ist die Lok eingetroffen und zieht bis zur Bahnhofsausfahrt vor. Nun ist Muskelkraft angesagt, der Viehtransportwagen muss aus dem abzweigenden Gleis hinausgeschoben werden, um uns das Tal hinab zu befördern. Und nachdem auch die beladenen Holzwagen zusammengestellt sind, können wir auf dem offenen Wagen Platz nehmen und die Fahrt geht los. Aber nur bis zur Novatbrücke. Brücken sind ja immer lohnende Motive, besonders solche etwas abenteuerlich aussehenden. Aber diese hält, wenn man auch beim genauen Hinschauen ein wenig Durchbiegung erkennen kann!


764 211 im Novat-Tal

Entgleisung im Novat-Tal

abfahrbereit in Poiana Novat

Entgleisung im Novat-Tal

Langsam tastet sich der Zug das steile Novat-Tal herab, immer wieder geht der Blick des Lokführers zu den acht angehängten Holzwagen. Und da ist es passiert: Warnpfiffe der Lok und die Fuhre kommt zum Stehen. Ein Truck ist entgleist, die Seilverbindung zum korrespondierenden gerissen und die Stämme auf das Gleis gerutscht, einige wurden auch in Richtung des Flusses abgeworfen. Wobei das da unten liegende Holz nicht nur von dem einen Unfall stammen kann! So kuppeln Lok und Viehtransportwagen ab und verlassen die Stelle in Richtung Novat Delta, ich entschließe mich allerdings, diesen Weg per Fuß zurückzulegen, wobei mir die Lok bei ihrer Rückkehr auf halbem Wege erneut begegnet.

764 211 im Novat-Tal

Gleisdreieck Novat Delta

Lore am Gleisdreieck

Warten auf 764 211

Da bin ich auch schon in Novat Delta am Gleisdreieck angekommen, ein Bild mal ohne Fahrzeuge, dann rollt auch schon wieder eine Lore auf der Heimfahrt nach Viseu de Sus vorbei. Nicht mehr weit ist es jetzt zum eigentlichen Bahnhof Novat, wo die anderen Waldbahnfreunde auf die Ankunft von Lok und Holzwagen warten. Aber ein wenig dauert die Behebung der Entgleisungsfolgen oben im Tal dann doch noch an.

am Lokschuppen in Viseu de Sus

am Lokschuppen in Viseu de Sus

am Lokschuppen in Viseu de Sus

Irgendwann kommt sie dann doch, unsere "Mariuta". Zusammen mit dem acht Holzwagen, wobei einer von ihnen inzwischen bestimmt ein paar Stämme weniger aufgeladen hat. Schnell ist der Viehwagen an die Spitze des Zuges gesetzt und während wes abwärts nach Viseu de Sus geht, genießt jeder die Situation auf dem offenen Wagen und lässt sich den Fahrtwind um die Ohren pusten. Und wir verfügen uns in die jeweiligen Quartiere für ein opulentes, mit Palinke untersetztes Abendbrot. Und am nächsten Tag soll die kleine Krauss-Lok zum Einsatz kommen. Versprochen.


Die gesamte Serie besteht aus 120 Bildern, welche alle in das Bildarchiv eingestellt wurden und zum privaten Gebrauch heruntergeladen werden dürfen. Wegen weitergehender Verwendung bitte unter   Angebote    informieren.


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