50 3670 am 21.01.1988 im Zugeinsatz zwischen Wüstenbrand und St. Egidien



Nur noch einmal und nur von Montag bis Freitag wird die Strecke von Wüstenbrand nach Neu Oelsnitz in den späten achtziger Jahren von Reisezügen befahren. Für dieses eine Zugpaar gibt es in Wüstenbrand sogar einen eigenen Bahnhofsteil mit eigenem Bahnsteig! Und: auch am 21.01.1988 wird dieses Zugpaar noch von einer Dampflok befördert, die Glauchauer 50 3670 hat den Bahnhof mit P 17692 pünktlich um 05:36 Uhr erreicht, umgesetzt, und wartet nun "mit Tender voran" auf die Rückfahrt nach Oelsnitz (Erzgeb) als P 17691. Im Hintergrund ein Fahrleitungsmast des Bahnhofsteils an der Strecke Dresden-Werdau. Und vielleicht fällt Ihnen die auch die fehlende Beleuchtung der beiden Reisezugwagen auf. Nach der Abfahrt des Zuges um 06:09 Uhr kam der Schaffner mit Taschenlampe recht erstaunt ob der beiden Fahrgäste vorbei und fragte uns, ob er die Beleuchtung wenigstens des einen Wagens anmachen sollte. Was wir natürlich dankend verneinten. So läßt sich doch die Strecke viel besser beobachten....


Leider ist die romantische Fahrt im dunklen Wagen schon nach 28 Minuten wieder vorbei, Oelsnitz (Erzgeb) ist erreicht. Schnell sind die Wagen weggesetzt und erst als die Lok in Höhe der Ausfahrsignale F und G kurz hält, haben wir wieder Gelegenheit für ein Foto.

Die nächste Leistung der Lok, Üb 70943 nach Lugau, hat noch etwas Zeit. Erst einmal ist ein "Schälchen Heeßer" bei der Aufsicht im Bahnhofsgebäude angesagt.

Erste Anzeichen von Dämmerung überziehen den Himmel über den ausgedehnten Gleisanlagen des Bahnhofs.


Eigentlich müßte die Lok nun an Donnerstagen einen Lgg 58356 von Lugau nach St Egidien befördern. Dieser ist offenbar Ausfall, so daß die Lok alleine "mit Tender voran" durch Lichtenstein (Erzgeb) dampft. Auch wirklich hell ist es noch nicht geworden. Schade!


In einer weiten Kurve Verläuft die Strecke zwischen Lichtenstein (Sachs) und Rödlitz-Hohndorf teilweise auf einem Damm durch die sanften Hügel des Erzgebirgsvorlandes. Und wir haben die Hoffnung auf ordentliche Güterzüge noch nicht aufgegeben. Ng 65319 von St Egidien nach Oelsnitz ist so einer, als er gegen 11:00 Uhr durch den Nebel heranrollt. Eigentlich ist Nebel ja kein Freund des Fotografen. Aber wie der Zug so vorbeidampft, das hat schon etwas für sich! Die feuchte Luft in der Niederung verhindert das Aufsteigen des Abdampfes. Und genauso malerisch, wie er erschienen, so verschwindet der Zug auch wieder im Nebel zwischen den Häusern von Hohndorf mit dem markanten Kirchturm.


Eine kleine Wanderung bringt unseren kalten Gliedern wieder etwas Wärme, es geht um die 5 Kilometer bis fast nach St Egidien. Dort überquert die Strecke auf einem Viadukt das Lungwitzbachtal, bevor sie auf die Hauptstrecke Dresden-Werdau trifft. Als die Lok kurz vor 14.00 Uhr mit Ng 65320 hier eintrifft, wird es schon wieder langsam dunkel. Die Gänse stört's nicht!


Viel Zeit ist nicht bis zum Gegenzug Ng 65323. Aber wir hatten auf dem Hinweg eine schöne Fotostelle mit Fachwerkhaus entdeckt, welche uns dann auch nicht enttäuscht! Also, Vorhang auf zur letzten Vorbeifahrt des Tages, schon in der Dämmerung! Trotzdem ein gelungener Abschluß dieses Tages! Wenig später entschwindet das Bähnle eilig in Richtung Lichtenstein-Oelsnitz.