52 8044 am 05.03.1988 im Betonmischzugeinsatz und beim Restaurieren in Falkenberg ob Bf



Eigentlich sollte am 05.03.1988 im Raum Falkenberg (Elster) eine Plandampfveranstaltung stattfinden. Ich weiß heute nicht mehr, warum diese ausfiel oder ob ich nur falsch informiert war, nur stand ich zusammen mit einem Freund am Morgen des Tages auf dem oberen Bahnhof, ziemlich enttäuscht. Aber immerhin: 52 8044 dampft vor einem Betonmischzug!


Günstig gelegen ist der Arbeitsplatz des Zuges: Er steht im durchgehenden Hauptgleis Richtung Cottbus zwischen B 3 und W 11 (Uebigauer Spitze). Die geplanten Quertragwerke zum Überspannen des Güterbahnhofs erfordern ordentliche Fundamente, Arbeit für das "Jugendobjekt Elektrifizierung". Auch Vegetationsrückschnitt hat schon reichlich stattgefunden! Die 52'er schaufelt sich sozusagen selber ihr Grab. Nach Fertigstellung der Elektrifizierung wird sie nicht mehr benötigt werden und noch einige Zeit ihr Leben als Dampfspender in Röblingen fristen, bevor sie als Schrott nach Falkenberg zurückkehrt. Ob der mit E 892 vorbeifahrenden unbekannten 132'er ein längeres Leben beschieden sein wird? Aber genießen wir zusammen doch noch einige Zeit die Nähe zu der Dampflok, während weiter hinten mit dem Bagger Löcher ausgehoben und Verschalungen in den Boden eingebracht werden.


Ein Seitenblick sei zwischen den Bäumen hindurch geworfen, dann trete ich ein wenig näher heran. "Komm doch, ich beiße nicht!", säuselt die Maschine, und die Arbeiter scheint's nicht sonderlich zu interessieren.... Noch ein Stilleben mit Kilometerstein (Zählung von Halle) und Weichenantrieb, aber welche alte Dame würde es sich gefallen lassen, nur von hinten fotografiert zu werden? Bevor ich mir da ihren Unmut zuziehe, wechsle ich lieber zur Vorderfront! Durch das "Lifting" mit Windleitblechen und Vorwärmer hat ihr Aussehen spürbar gewonnen! Und auch ihr Fahrgestell hat sich doch noch recht gut gehalten, oder?


Später gibts dann im Schein der Nachmittagssonne Abendbrot. Nicht zu spät, denn alte Damen sollen ja nicht zu viel belastet werden, und vor allen Dingen sollen sie viel trinken! Zum eigentlichen Essen bin ich leider zu spät gekommen, der Hochbunker ist allerdings sowieso nicht mehr in Betrieb. Na, das hört sich doch schon nach wohlgefüllten Wasserkästen an! Und wenig später sieht man es auch schon. Schnell zudrehen!

Eine eher unangenehme Aufgabe schließt sich nun an, das Reinigen der Rauchkammer der Lokomotive. Der meist verwendete minderwertige Brennstoff erzeugt Unmengen an Asche, welche von Hand herausgeschaufelt werden müssen. Der Vergleich mit alten Damen hinkt hier allerdings, denn bei denen sind Ballaststoffe mehr gefragt.... Mit Romantik hat das überhaupt nichts zu tun! Aber auch diese Arbeit ist irgendwann beendet, neu mit Betriebsstoffen versehen und frisch restauriert wartet man nun auf weitere Aufgaben. Alte Damen sonnen sich doch gerne ein bißchen, oder?


Da taucht unverhofft eine zweite alte Dame auf, 52 8063 rollt vorbei zum Kohlebansen, um Verpflegung aufzunehmen. Sozusagen zum Abendbrot!


Später dann hat 52 8044 der 8063 am Wasserkran Platz gemacht. Platz im Lokschuppen scheint keiner mehr für die beiden alten Damen zu sein. Dort residieren inzwischen die Dieselloks. Und vielleicht geht es ja in den Nachtstunden nochmals mit dem Betonmischzug hinaus?