764 421 am 18.02.2018 auf Tunnelfahrt zwischen Bardau und Botizu



Ein kleines Stückchen ist es schon noch bis zu den drei Tunneln! Wildromantisch wird hier das Tal, kaum ist Platz zwischen Felsen und Fluß für die Eisenbahn, geschweige denn für eine Straße, was das Überleben der Bahn bislang gewährleistet hat. Und da dampft er schon hinter dem hohen Felsen hervor, unser Fotozug, im Hintergrund versinkt der Vf. Baita mit seinen 1670 Metern Meereshöhe im Dunst. Was sollte man noch besseres als solche Eindrücke von einer Waldbahn in den Karpaten erwarten? Genau solche Bilder machen den Reiz dieser Bahn immer wieder aufs Neue aus, unabhängig von der Anzahl der Besuche! Da hält der Zug auch schon und drückt für einen zweiten Anlauf hinter den Berg zurück.



Und wieder bricht die Lok hinter der Felsnase hervor, die umliegenden Wälder in eine Dampfwolke einhüllend und mich zu Bildern mit großer Brennweite animierend, was ohne Schnee hier wohl nicht die gewünschten Ergebnisse erzeugen würde! Leider können Bilder nur unvollkommen die Eindrücke wiedergeben, den akustischen Genuß muß ich Ihrer Phantasie überlassen!


Der Zug hält nun im ersten Tunnel: Aussteigen ohne Spuren im Schnee! Aber doch bitte das Licht anzünden! Interessant ist dessen Konstruktion, der erste Teil ist ausgemauert, der zweite in den hier wohl stabileren Felsen gehauen. Da nähert sich die Dampflok auch schon ein nächstes Mal dem Tunnelmund, um ganz langsam wieder hineinzufahren und kaum zwei Meter vor der Fotografenreihe zum Halten zu kommen, während sich der Dampf mangels Wind in regelmäßigen Mustern an der Tunneldecke ausbreitet.


Rendezvous mit einer Dampflok im Tunnel, welch ein Erlebnis! Da plötzlich, ein Abdampfschlag läßt mich geradezu erschrecken! Viel stärker als gewohnt, bricht er sich an den Tunnelwänden und ganz sachte bewegt sich die Lok wieder von uns weg in Richtung Tunnelmund, als Andenken ein interessantes Muster aus Dampf an der Tunneldecke hinterlassend! Obwohl der Geruch des Odems der Lok recht angenehm in der Nase kitzelt, ein Zweimetermann möchte man hier vielleicht doch nicht sein....


Die nächsten vier Bilder künden von der zweiten Annäherung des Zuges an den Tunnel. Langweilig? Nein, ich konnte mich da nicht entschließen, die eine oder andere Aufnahme nicht zu veröffentlichen oder gar ganz zu löschen. Jedes der Bilder hat seine Reize und seine Besonderheiten. Wenn es nicht gefällt, so scrollen Sie doch einfach weiter.

Und wieder wird der Tunnel mit köstlichem Qualm vollgeräuchert, als die Lok glucksend kurz vor uns Fotografen zum Halten kommt, während der obere Scheinwerfer den Nebel durchdringt und einen Eiszapfen beleuchtet, welcher sich so heroisch wie auch erfolglos gegen den heranwallenden wärmeren Dampf zu behaupten vesucht. Aber es hilft nichts: nach wenigen Sekunden wird er mit leichtem Klirren auf dem Boden zerbrechen.

Aber nun aus dem Tunnel heraus. Das Portal in Fahrtrichtung des Zuges hat auch seine besonderen Reize! Und man kann von hier aus durch den Tunnel hindurchschauen! Und dann bullert unsere Dampflok auch schon heran auf ihrer ersten Tunneldurchfahrt, erst eilt ihr ein tiefes Grummeln voraus, welches in ein Bullern umschlägt, gepaart von einer plötzlich aufsteigenden Dampfwolke.


Begeistert wird eine zweite Durchfahrt vereinbart und das Schauspiel wiederholt sich aus minimal veränderter Perspektive. Auch ist noch Zeit für ein Bild aus weiterer Entfernung, welches Felsen und tiefverschneiten Wald als Umgebung noch besser zur Geltung bringt. Und natürlich haben die vielen Scheinanfahrten Mengen an Holz gekostet, so daß jetzt erst einmal Nachladen erforderlich ist.


Aber die Strecke zwischen erstem und zweiten Tunnel ist wiederum mit reizvollen Fotostandpunkten garniert, so auch hier, wo das Tal wieder etwas beiter wird und das Gleis in einem sanften Bogen dem Fluß folgt. Gelegenheit, den Zug wieder in voller Fahrt auf den Speicherchip zu bannen. Und da bullert er auch schon heran und hält kurz darauf. Die Fahrtleitung drängt uns einzusteigen, auch wenn es keinen Fahrplan für diesen Zug gibt, so gilt es doch, rechtzeitig bei Beginn der Dunkelheit in Valea Babii einzutreffen.


Wenig später ist der zweite Tunnel erreicht und der Zug hält wieder mitten drin. Kurzer Blick nach Vorne: Zwischen Rauschschwaden grüßt der nur durch eine Flußbrücke entfernte dritte Tunnel. Aber da rollt die Dampflok auch schon wieder an das Eingangsportal zurück, eine dampfgeschwängerte Tunneldecke mit einzelnen herausragenden Eiszapfen hinterlassend. So ganz Windstill ist es hier allerdings nicht, so daß auch tieferliegende Rauchschwaden herannahen, um unsere Nasen zu kitzeln.

Ein bißchen kürzer fallen nun die Mitschnitte von den beiden Tunneleinfahrten aus, die Luftverhältnisse am ersten Tunnel waren besser. Aber ein paar Bilder sind doch entstanden, welche ich Ihnen nicht vorenthalten möchte: Mit gewohnter Langsamkeit und wenigen Abdampfschlägen entert die Dampflok das erste Mal den Tunnel, während ihr der Dampf vorauseilt, um sich vor die Scheinwerfer zu schieben. Zurück zur zweiten Einfahrt! Dasselbe noch einmal, damit auch der letzte Eisenbahnfan seine Fotos und Filmchen im Kasten hat. Jetzt nur noch eine kurze Betrachtung des dampfumwaberten Antlitzes der Maschine, dann verfügen wir uns zur Brücke über den Wasserfluß.

Brücken entfalten eigentlich immer ihre Reize, besonders natürlich, wenn sie zwischen zwei Tunneln liegen. Und einer von beiden läßt sich auch mit dem Zug zusammen auf den Chip bannen, kurz bevor dieser unter gewohnt reichlicher Dampfentwicklung die Brücke über den Fluß passiert. Das ist doch ein schöner Abschluss der Tunnelgeschichten oder? Vom dritten Tunnel sind an diesem Tag keine Bilder entstanden, der Fahrtleiter hatte wenig Mühe, die ein wenig motivmüden Eisenbahnfreunde von einer Weiterfahrt nach Suliguli zu überzeugen, zumal auch der Wasservorrat der Lok stark geschrumpft ist.