764 421 in Viseu de Sus bei der Vorbereitung der Fotozugfahrt ins Wassertal



Langsam zieht die Dämmerung am Morgen des 18.02.2018 über dem im Wassertal gelegenen Städtchen Viseu de Sus auf und ungewöhnlich für einen Sonntagmorgen herrscht im Betriebswerk der Waldbahn schon Betriebsamkeit. Die bei Resita im Jahr 1954 gebaute 764 421 "Elvetia" ist schon angeheizt und wird von dienstbaren Geistern für die Fahrt mit einem Fotozug nach Valea Babii vorbereitet. Im fahlen Morgenlicht dampft sie gemächlich vor sich hin und läßt sich von fleißigen Händen umsorgen.


Aber nun geht es los, der Zug wird zusammengestellt! Rangieren in das Abstellgleis gegenüber, um den Rungenwagen mit dem Holzvorrat und den Dienstwagen in das Ausfahrgleis zu schieben, dort schnell die Lok abgekuppelt und aus dem Weg gefahren, so daß beide Wagen mittels Schwerkraft zurückrollen können, die Dampflok sich an deren anderes Ende setzen und sich den Dienstwagen schnappen kann, um sich mit diesem auf die Suche nach einem Personenwagen und einigen leeren Trucks zu machen.


Da vor dem Lokschuppen kein geeigneter Personenwagen auffindbar ist, muß man hinter ihm suchen und so verfügt sich die Lok dorthin, um wenig später mit gewaltiger Dampfentwicklung wieder von dort aufzutauchen. Auch wenn man weiß, daß da ein bißchen Show für die hier herumstehenden Fotografen dabei ist, so genießt man solch eine Vorbeifahrt doch immer wieder aufs Neue. Schwankend nähert sich das Gefährt den wartenden Fotografen, Verschlüsse klicken und Kameras surren. Wunderbar! Aber genau dazu sind wir ja hier angereist!

Und die Vorstellung geht weiter! Rangieren über das Ausfahrgleis und Zurückdrücken des Personenwagens auf den Holztransporter!


Aber irgendetwas fehlt noch! Vielleicht der Proviant für das Personal? Die Lok verflüchtigt sich noch einmal hinter den Lokschuppen, um kurz darauf wieder aufzutauchen und an der Bekohlungs-, nein Beholzungsanlage anzuhalten.


Pause. Gemütlich pafft die Lok neben den akkurat aufgeschichteten Holzstapeln vor sich hin, eine Gelegenheit, sich die gutgepflegte Maschine von allen Seiten etwas genauer zu betrachten. Erstaunlich, wie formschön solch eine Dampflok immer wieder aussieht und welche Lebendigkeit sie wegen des überall austretenden Dampfes gegenüber anderen Traktionen immer wieder ausstrahlt. Wenn auch natürlich nicht viele Lokomotiven so gut geputzt wie diese Museumsmaschine durch die Lande gefahren sind.....


Inzwischen hebt auf der anderen Seite der Lok Geschäftigkeit an, das Führerhaus muß mit Holz beladen werden. Da dieser Brennstoff längst nicht die Heizwerte von Kohle hat, werden große Mengen davon benötigt. Und da auf den kleinen Waldbahnloks dafür eigentlich nicht genügend Platz vorhanden ist, muß ein extra Holzwagen mitgeführt werden. Holzklau irgendwo im Wald ist da keine Alternative, auch hier muß inzwischen alles bezahlt werden, davon einmal abgesehen, daß auch auf geringe Restfeuchte beim Brennstoff geachtet werden muß.


Ein letztes Mal dampft die Lok nun noch einmal hinter den Lokschuppen, sammelt dort die gewünschten Wagen ein und taucht mit diesen bald darauf wieder auf: Dienstwagen, gefolgt vom Personenwagen für die Fotografen, dem Rungenwagen mit dem Holz und am Schluß einige leere Trucks, von denen inzwischen behauptet wird, daß es sich um schadhafte handelt, welche nur für solche Fotozüge verwendet werden. Dann kann die Reise ins Wassertal ja losgehen!