Streiflichter von der Rückfahrt nach Viseu de Sus



Das Rumpeln hört auf, der Zug hält das erste Mal in Lostun. Abkuppeln der Lok zum Zwecke des Herausziehens einiger Holztrucks aus einem Nebengleis und um im prallen Sonnenlicht ein bißchen zur Freude der Eisenbahnfans zu posieren. Und sie sieht gut aus, die auf Hochglanz polierte Dampflok!


Nächster Fotohalt in Faina: Nach dem Aussteigen zieht sich der Zug in Richtung Berg zurück und probt zu unserer Freude eine zweite Einfahrt in den Bahnhof, wobei die mitgeführten Holztrucks im Sonnenlicht durchaus eine gute Figur machen.


Auch der Nachschuß mit dem rustikalen Holzbalkenzaun im Vordergrund hat durchaus seine Reize, obwohl der Zug hier nur bedingt im Vordergrund der Bilder steht.



Eine kurze Wanderung schließt sich an, zum nächsten Fotomotiv: Ein kleiner, besonnter Hügel zwischen Gleis und Fluß bietet die Chance, den Zug einmal aus erhöhter Perspektive auf den Chip zu bannen. Da rumpelt das Bähnle auch schon heran, wenn man bergab auch keine sonderlich große Dampfentwicklung erwarten darf, so fügt sie sich ganz gut in die Bilder ein. Auch der Nachschuß ist interessant, auch wenn es sich trotz Gänsemarsch der Fotografen nicht vermeiden ließ, deren Spur mit auf's Bild zu bringen.


Auch zwischen Suliguli und Botizu gibt es Chancen auf schöne Bilder, diesmal ist das Streckengleis mit einer Trockenmauer gegen den Fluß geschützt, und auch hier erleuchtet die Nachmittagssonne das reizvolle Wassertal und auch hier trägt der weiße Dampf zu gelungenen Bildern bei. Mit einer Diesellok am Zug wäre das Panorama längst nicht so schön.


Ziemlich dunkel ist es dann im Talgrund zwischen Botizu und Bardau, kurz hinter den drei Tunneln. Aber auch hier hat die Dampfwolke eine aufhellende Wirkung. Eigentlich ist der fehlende Sonnenschen an dieseer Stelle der Garant für Eiszapfen an den Felsen neben dem Gleis, nur leider lassen sich an diesem Tag keine solche blicken. Und so steigen wir nach nur einer Vorbeifahrt wieder ein....


Bald ist nun Paltin erreicht, in der warmen Jahreszeit der Endpunkt des Touristenzuges. Aber im Februar ist hier keine Menschenseele und so beschränkt sich der Aufenthalt hier auf einen zum Wassernehmen. Und aus Gründen der Gewohnheit dauert das Ganze noch etwas länger, bis es dann heißt, wieder aufzusitzen.


In der Bahnhofseinfahrt von Cozia wiederholt sich die Situation von Faina. Nur ist das Tal hier schon viel breiter und der Wald auf den Felsen darüber viel schütterer. Und es gibt hier sogar ein kleines Wehr aus zusammengeschichteten Baumstämmen als Blickfang im Vordergrund. Und auch hier ringt sich die Lok angesichts des Gefälles immerhin ein kleines Dampfwölkchen ab.


Aber im Bahnhof muss dann doch wieder ein wenig Dampf gekocht werden, denn die Anfahrt in der Ebene erfordert dann doch ein wenig Kraftanstrengung der Lok. Und siehe da, deswegen kommen wir dann doch noch einmal zu Bildern mit gehöriger Dampfwolke, zusammen mit dem reizvollen Forsthaus, oder, wie es beliebt, auch mit dem recht neuen Signal der Ausfahrweiche, bis sich das Führerhaus der Lok unserem Fotostandort annähert.


Nochmals ein Vorbeifahrt gefällig, eingerahmt von Buschwerk? Weit ist es nicht mehr bis Novat Delta, als ein kleiner Bachlauf das Gleis unterquert und wenig später der weiße Dampf vom Gegenlicht durchleuchtet wird. Aber nun heißt es, wieder einzusteigen, denn der nächste Produktionszug ist uns schon auf den Fersen und diesen zum Anhalten zwingen, gehört bestimmt nicht zum guten Ton bei der Bahn hier.


Aber koste es was es wolle, ein Halt in Valea Scradei am Magasin Mixt gehört zur Seele einer Fahrt mit dieser Bahn, während das Sonnenlicht am späten Nachmittag schon auf den baldigen Untergang des Licht- und Wärmespenders hinweist. Und wenn auch die Haupteinnahmequelle des Geschäfts nicht mehr durch Alkoholika erzielt wird, ein Grund, dort hineinzugehen findet sich bestimmt. Wandel und Kontinuität in einem.....


Der Zug hält an der Bahnhofseinfahrt von Viseu de Sus und lässt uns aussteigen. Genau über der qualmenden Dampflok steht die Sonne und ihre Strahlen spielen Farben und Schatten, als sich die Fuhre wenig später wieder in Bewegung setzt und mit den beladenen und später leeren Holztrucks sowie dem inzwischen in den Wäldern vom Diesel für die dortigen Fahrzeuge geleerten Kesselwagen im Bahnhof verschwindet. Schnell hinterher! Aber nur noch ein letzter Blick auf die zwischen den Dienstgebäuden mit dem Personenwagen entschwindende Lok kann vorerst erhascht werden.


Beim Hinterherlaufen in Richtung Empfangsgebäude folgen uns die mitgebrachten beladenen Holztrucks, welche nur von der Schwerkraft angetrieben, vor der Hinterfront des Lokschuppens in Richtung Sägewerk vorbeirollen.


Viel Betrieb zum Sonnenuntergang am "Personen-Bahnsteig" von Viseu des Sus! Aus dem Personenwagen müssen Getränke, Leergut, das übriggebliebene Essen ausgeladen werden. Und Waren aus Valea Babii sind entsprechend weiterzuleiten. Auch ein Hund hat sich zur Begrüßung der Mannschaften eingefunden, erstaunlicherweise ist es der erste, der mir heute zu Gesicht gekommen ist. Und das in Rumänien! Als die Arbeit getan ist, verlassen die Bediensteten den Ort und es kehrt Stille ein.


Mit einem letzten Bild möchte ich meinen Reisebericht nun schließen. Die Sonne ist gerade untergegangen und das Personal im Empfangsgebäude macht auch Feierabend, nicht ohne noch Betriebsmittel in einen Transporter verladen zu haben. Und uns erwartet ein opulentes Abendbrot in der Herberge und eine ruhige Nacht, bevor es am nächsten Tag wieder heraus ins Wassertal geht.