52 8107 am 22.02.1983 im Güterzugdienst in und um Löbau



Langsam dämmert der Morgen am 22.02.1983 herauf, als 52 8107 mit Ng 65221 nach Ebersbach in Löbau antritt. Der Zug wird wenig später die Straßenbrücke in der Bahnhofsausfahrt durchfahren, um die 15 km bis zum Zielbahnhof zu überwinden, vorbei am Stellwerk W5/6 und dem dahinterliegenden Lokschuppen biegt er von der Hauptstrecke nach Bautzen-Dresden in Richtung Süden ab.


Am Vormittag kehrt die Lok mit dem aus Packwagen und einem E-Wagen bestehenden Ng 65220 nach Löbau zurück, um sich fortan dem Ortsdienst in Löbau zu widmen. Dazu gehört offenbar auch das Rangieren des Schneepflugs!


Nach dem Mittagessen rollt die Lok dann vor der Kulisse des Löbauer Berges zum MINOL-Tanklager Großdehsa. Gemütlich und leicht schwankend zuckelt die Maschine mit geringer Geschwindigkeit auf der Cunewalder Nebenbahn der Sonne entgegen. Da der Nachschub an den in der DDR beliebten Kraftstoffsorten "VK79" und "VK88" offenbar stockt, sind keine Kesselwagen zu befördern.


Der kalte Winter hat die angespannte Lage beim Güterwagenmaterial der DR wie eigentlich jedes Jahr noch verschärft. Auch Kesselwagen sind rar, wird doch mit ihnen der Kraftstoff für PKW und LKW zu den Auslieferungslagern gebracht, auch in die Oberlausitz nach Großdehsa in der Nähe von Löbau. Und so gibt es an diesem 22.02.1983 auch einen Versuch, den Kesselwagenumlauf ein Quentchen zu beschleunigen: Die Lok ist am Mittag eine halbe Stunde zuvor Lz die 4 Kilometer von Löbau auf der Strecke nach Cunewalde davongedampft, um dann gemächlich mit zwei der begehrten Transportmittel am Zughaken, infolge der engen Kurven auf dieser Nebenbahn ächzend und knarzend, wieder aufzutauchen. Die Maschine und ihr weißhaariges Personal kennen diese Strecke bergab durch die sonnenbeschienenen Felder in- und auswendig, sind hier schon unzählige Male entlanggerollt, und wie ein alter Gaul mit Reiter, werden sie auch diesmal den Weg in den Löbauer Güterbahnhof finden.