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Vom Bahnhof Elend her nähert sich das Gleis der Harzquerbahn in südlcher Richtung über den Scheitelpunkt der Strecke (556 m ü.M.) der ehemaligen Holzverladestelle Allerbach. Hinter dieser,
längst stillgelegt aber noch erkennbar, verläuft die Strecke bis zum ehemaligen Bahnhof Sorge in für die DDR-Behörden gefährlicher Nähe zur innerdeutschen Grenze.
Diesen Streckenabschnitt zu erkunden, war unser Ziel am 28.04.1990, als diese Grenze schon mehr zum Kuriosum geworden war. |
Ein paar Meter auf dem nächsten Weg nach Westen abgebogen, und wir sind am ehemaligen Grenzzaun angelangt. Von diesem stehen nur noch die Pfähle, was auf dem Streifen zwischen Straße und diesem einmal installiert war, sei Ihrer
Fantasie überlassen. Nur der Wachturm, in strategisch günstiger Lage errichtet, steht noch. Auch andere Neugierige sind zu seiner Begutachtung eingetroffen.... |
Schon sind wir am Wachturm vorbeigelaufen, von diesem habe ich aber leider keine Bilder gemacht. Aus südlicher Richtung sieht die Szenerie dann so aus! Aus östlicher Richtung ist das Harzquerbahngleis inzwischen bis an den Grenzzaun
herangekommen. Hier ist dieser schon vollständig abgebaut. Ich kann mich erinnern, daß bei schneller Vorbeifahrt des Harzbahnzuges in den siebziger Jahren dort Hundeausläufe erspäht werden konnten..... |
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Ein Blick in südlicher Richtung! Während die Bahnstrecke nach links in das Tal der Warmen Bode zum ehemaligen Bahnhof Sorge einbiegt, erklimmt der Grenzzaun den gegenüberliegenden
Abhang. Das Gebiet um Sorge wurde im Jahr 1945 im Zuge eines Tauschs von der britischen Besatzungszone erlangt, dafür gab man ein Gebiet an der Nord-Süd-Strecke bei Eichenberg an diese ab. |
Nähern wir uns doch weiter dem Bodetal! Das der Grenze abgewandte Widerlager der Südharzbahn-Überführung steht noch, hier sahen die Grenztruppen kein eingeengtes Schußfeld. |
Vom westlichen Widerlager dagegen sind nur noch Reste erhalten. Keine scharfen Vorsprünge mehr, hinter denen ein Republikflüchtling Schutz finden konnte. Links im Bild ist übrigens die Rampe für das Verbindungsgleis zur Südharzeisenbahn erkennbar,
über die noch in den fünfziger Jahren die Bedienung deren östlichen Reststückes nach Tanne abgewickelt wurde. Die dazu erforderliche Spitzkehre muß wohl erst in ziemlicher Grenznähe geendet sein! |
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Auf den Resten der Straße geht es nach Westen, nach etwa einem Kilometer führt ein schmaler Weg auf den Bahndamm der ehemaligen Südharzeisenbahn hinauf, und dann liegt sie vor uns: Die sogar noch mit Gleis erhaltene Steinbogenbrücke über die Warme Bode,
welche zugleich die Grenze darstellt! Kann man da einfach rübergehen, einfach so? Vor 6 Monaten wäre das noch undenkbar gewesen! |
Nun, ganz so einfach ist es dann doch nicht! Hinter uns, auf dem Bahndamm, warten an einem Campingtisch zwei wackere Grenzkontrolleure darauf, unseren Personalausweis mit einem Ausreisestempel zu versehen, oder gar eine zollmäßige Abfertigung
unserer mitgebrachten Waren durchzuführen! Was wäre wohl früher mit Bürgern passiert, welche im Tränenpalast am Bahnhof Friedrichstraße die Örtlichkeiten oder auch die Kontrollpersonale fotografiert hätten? |
Während zwei Bundesbürger Einlaß in den langsam verendenden 'Arbeiter- und Bauern-Staat' begehren, mache ich noch eine Aufnahme von der sich in Richtung Norden schlängelnden Warmen Bode. Bis auf ein paar Grenzpfähle, vergleichbar mit denen
an der tschechischen Grenze, sieht man hier in dem idyllischen Tal keine weiteren Spuren von Sicherungsanlagen. Diese sind, anders als bei der Berliner Mauer, etwa einen Kilometer in das Hinterland versetzt angelegt worden. |
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Einige Meter weiter südlich sind von der alten Straßenbrücke über die Warme Bode nur noch Reste vorhanden. Ein bißchen Mauerwerk, einige Stahlträger, das ist alles, was nach über 40 Jahren Grenze übriggeblieben ist. Aber lange wird es nun nicht mehr dauern, bis hier wieder die Autos über die B 242 rollen
und das bislang stille Tal mit Lärm füllen. |
Wir kehren zurück zur Harzquerbahn! Der ziemlich grenznah liegende Bahnhof Sorge wurde im Jahr 1974 aufgegeben, alle Hochbauten wurden abgerissen, wohl um die Übersichtlichkeit vor dem eigentlichen Grenzstreifen zu erhöhen. Nur noch dieses Metallgerüst ragt aus dem verbliebenen Ödland,
hier könnte am Westkopf des Bahnhofs, an der alten Einmündung des Verbindungsgleises von der Südharzeisenbahn, ein Wasserkran gestanden haben, von dem der Ablauf noch vorhanden ist? Hier irgendwo muß auch die Fußgängerbrücke zur Südharzeisenbahn gestanden haben. |
Etwas weiter östlich sind noch die Grundmauern des Empfangsgebäudes auszumachen. Weiter oben verlief das Gleis der Südharz-Eisenbahn, dort befand sich auch der obere Bahnsteig. |
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