38 1183 am 06.05.1992 im Plandampfeinsatz mit Personenzügen zwischen Triptis und Saalfeld



Plandampf zwischen Saalfeld und Leipzig am 06.05.1992! Noch bis Fahrplanwechsel Ende des Monats gilt der alte, noch zu DDR-Zeiten angelegte Binnenfahrplan. So verkehrt auch noch Postzug 2606 von Saalfeld nach Leipzig mit Behandlung auf allen größeren Bahnhöfen, an diesem Tag von 38 1182 befördert. Gerade hat der Zug mit seinen vier Wagen den Bahnhof Neustadt (Orla) verlassen und dampft nun weiter nach Triptis. Während der Zug im Gegenlicht verschwindet, nehmen die Fotografen die Verfolgung auf (Bild oben rechts).


Um 13:05 Uhr verläßt P 8015 auf der Fahrt von Gera nach Saalfeld den oberen Bahnhof von Pößneck, wo es mir gelingt, diesen Zug noch in der Ortslage der Kleinstadt auf den Film zu bannen. Leider läßt mich die Sonne ein wenig im Stich, so daß die blühenden Bäume nicht so recht zur Geltung kommen.


Kennen Sie Traun, eine Blockstelle mit Ausweichanschluß zwischen Neustadt (Orla) und Triptis? Um 15:30 hält hier die Garnitur erneut, numehr als P 8018 von Saalfeld nach Triptis. Da die Lok als "Mit Tender voran" angekündigt ist, sollen diesmal einige Seitenaufnahmen eingestellt werden. Aber idyllisch sieht's doch aus, der Rollwagen beim Überqueren des Bahnübergangs mit dem blauen Trabbi. Einen interessanten Blick auf die gesamte Bahnhofsanlage bietet dagegen das rechte Bild mit dem entschwindenden Zug.


Neunhofen zwischen Neustadt (Orla) und Oppurg ist dagegen nur noch ein Haltepunkt, die Blocksignale sind ausgekreuzt. Die Garnitur hat in Triptis gewendet und hält hier nun als P 8019 mit zwanzigminütiger Verspätung. Schnell geht es weiter, im Hintergrund die evangelische Kirche des kleinen Ortes.


Wir nehmen die Verfolgung mit dem PKW auf und erreichen den Zug erneut bei der Ausfahrt von Könitz. Im Hintergrund die markante Förderbandbrücke.

Irgendwo aus den fahrenden Auto hinter Unterwellenborn entsteht das obige Bild mit seinen fliehenden Bäumen. Aber immerhin ist der Zug scharf geraten.

Aus dem Auto gesprungen und schnell noch ein weiteres Bild geschossen, leider wegen des Gefälles ins Saaletal hinunter und der Wärme des Frühlingstages völlig ohne Rauchentwicklung.


Die Bekohlungsanlage in Saalfeld besteht aus einem am Kohlanbansen abgestellten Greifer, welcher nun gleich in Aktion treten soll, um den Tender der Lok aufzufüllen. Aber was ist das? In den Klauen des Greifers hängt Irgendetwas, ein Tuch oder so ähnlich. So etwas hat im Tender nichts zu suchen. Schon klettert ein dienstbarer Geist hinauf, um das Stück zu entfernen. Mit kühnem Schwung landet es neben der Lok. Kurz darauf poltert die Steinkohle in den Tender, kein Vergleich mit der Gartenerde zu DDR-Zeiten. Nachdem sich der Greifer wieder aus dem Profil ders Gleises entfernt hat, dampft der Rollwagen in Richtung Lokschuppen von dannen.


Vorerst landet die Lok auf dem Schlackegleis. Vorsichtig schiebt sie sich vor 03 001, der Platz reicht aber nicht aus, um hinter das Rangiersignal zu gelangen. Da hilft nur, alle Lokomotiven weiter nach hinten zu verbringen, zumal sich auch noch 44 1093 davorstellen will.

Der tiefere Sinn dieses Gerangels besteht darin, zum Wasserkran zu gelangen. Also entstehen auch noch zwei Bilder vom Wassernehmen. Ein Bediensteter kontrolliert die Tenderladung, und der Stillstand der Maschine bietet eine hervorragende Gelegenheit, mit anderen "Schwarzen" zu fachsimpeln. Und als diese sich dann (in die Kantine?) verdrückt haben, genieße ich noch ein wenig den Anblick der unter dem plätschenden Wasserkran friedlich dahinsäuselnden Maschine.

Und was wäre eine Fototour nach Saalfeld ohne Bilder vom "Affenfelsen"? Das sich dem Wassernehmen anschließende Drehen der 38'er auf der Drehscheibe bietet Gelegenheit dazu. Dabei fällt auf, daß im Mai 1992 im Bw Saalfeld noch keine Bundesbahnloks auszumachen sind. Die alte Grenze in Probstzella wirkt immernoch mit ihrem erforderlichen Umspannhalt nach, die E-Loks aus Richtung Nürnberg haben keine Chance, die 25 Kilometer nach Saalfeld zu überwinden.